Es ist dreiviertel Vier
“Da sind zwei Stimmen in meinem Kopf,
die eine schreit JA, die andere schreit NEIN.”
sagtest du.
Du suchtest meine Nähe, meine Worte, meinen Rat,
und selbstverständlich höre ich zu und schweige.
Und wir redeten darüber,
stammelten Sätze, deren Sinn wir nicht begriffen,
weil die Gedanken erst kamen,
während die Zunge die Worte formte.
Wir schlangen unsere Sätze um ein Thema,
zogen die Gurte enger,
versuchten eine Lösung herauszupressen,
die Wahrheit zu destillieren.
Und wir schwiegen uns an,
dachten nach,
schwelgten in den Reizen vergangener Tage,
machten uns Hoffnungen auf einen guten Ratschlag,
und uns aufzumuntern fiel uns schwer,
trotz dass wir häufig lächelten.
Du sagtest, es tut gut, jemand wie mich zu haben,
und ich hing am Telefon, starrte auf meinen Arbeitsplatz.
Ich sagte, so zu sein macht mich glücklich,
und still hoffe ich, du erinnerst dich,
wenn du wieder nüchtern bist.
Wir murmelten uns Worte über vergangene Liebe zu,
und du sagst schon zum fünften Mal
“Ich muss schlafen gehen”
und doch bleibst du, suchst die Nähe,
und wir reden weiter darüber, wie die Angst vor Nähe
uns zerfrisst.
Und endlich trennen wir unsere Wege, und gehen schlafen,
ein jeder für sich,
jeder alleine mit der Sehnsucht.